Nächste U6

Klinik. Großhadern 2012-05-17 05:16:00 GMT+02:00

Klinik. Großhadern 2012-05-17 05:56:00 GMT+02:00

MVV-München

Wetter in Garching

Bewölkt 0.8 °C

Meteorologie an der LMU

Der Weg zum Skript

  • Zurück zur Übersicht
  • Maschinen

  • Am Anfang aller Skripte steht eine Idee… Die Idee sämtliche Studenten dieser Fakultät mit günstigen, gebrauchsgeeigneten Skripten des Prädikates „FSMB-proved“ zu versorgen! Damit dies passiert nehmen unsere Mitarbeiter unsagbare Mühen und Strapazen auf sich und setzen sich dafür ein, dass ein einwandfreies Druckerzeugnis unsere Druckerei verlässt… Nun gut, genug geschwafelt!

    Was braucht es also effektiv alles, um zum Beispiel ein Werkstoffkundeskript zu basteln..? – Einiges! Erstmal muss man hier klarstellen, dass wir ja nicht jedes Skript einzeln herstellen, sondern wenn wir mal anfangen, dann in größeren Auflagen.

    Schritt 1: Die Druckvorbereitung

    Als erstes also kommt eine Vorlage zum Skript vom betreffenden Lehrstuhl, das heißt die schicken uns ein PDF mit dem ganzen Inhalt des Skriptes. Den können wir aber nicht 1:1 weiterverwenden, wie zum Beispiel der heimische Farbdrucker, da wir ja eine Vorlage die sich an A4 orientiert, auf A3 beidseitig drucken. Also steht an erster Stelle der Produktion die DV, die Druckvorbereitung. Da machen wir aus dem einen PDF vom Lehrstuhl zwei PDFs für uns, eins mit allen Vorderseiten und eins mit allen Rückseiten. Das hat folgende Bewandtnis: wenn wir jetzt alle Vorderseiten auf die A3-Blätter drucken, müssen wir die nur noch rumdrehen und die Rückseiten draufknallen – (fast) fertig!

    Aber langsam… Wir haben jetzt also unsere Druckvorlagen, aber da die Druckmaschinen ja so genannte „Offsetmaschinen“ sind, können sie mit einem PDF nichts anfangen! Wir brauchen Druckplatten! Die sind aber sehr teuer, sodass wir mit etwas größeren Plastikfolien drucken. Man muss die sich so vorstellen wie eine herkömmliche Druckplatte, nur etwas moderner, leichter und billiger. Diese Folien, auch „Plates“ genannt, werden in einem Spezialdrucker, dem „Platemaker“ bedruckt, und können dann auf den Plattenzylinder der Druckmaschine gespannt werden.

    Schritt 2: Der Druckvorgang

    Jetzt kommt der eigentliche Druckvorgang, je nach Skriptgröße und Maschinenlaune geht das schnell oder auch ganz schön langsam. Wir drucken also erst mal alle Vorderseiten und wenn die raus sind, wird das Papier von Hand umgedreht (also Stapelweise natürlich) und hinten wieder in die Maschinen befördert um seine Rückseiten zu erhalten. Hier noch ein Zahlenwert: für ein WK I Skript zum Beispiel verwenden wir, wenn wir jetzt mal von 400 fortlaufenden Seiten ausgehen, 200 Plates und ungefähr 85 000 Bögen A3-Papier bei einer Auflage von 850 Stück. Beeindruckend, oder?

    Schritt 3: Die Weiterverarbeitung

    Jetzt also sind alle Seiten des Skriptes gedruckt, aber immer noch auf A3-Format! Der Zeitpunkt für die Schneidemaschine ist gekommen! Mit ihren mehreren hundert Kilo Anpressdruck kann sie auch große Papierstapel von ca. 400 Blatt in einem Schnitt zerteilen; somit sind binnen kürzester Zeit aus 100 Bögen A3-Papier 200 doppelseitig bedruckte A4-Blätter geworden.

    Nachdem dies geschehen ist, kommt die wohl lauteste Maschine zum Einsatz, der Leger. Hier werden jetzt aus großen Stapeln gleicher Seiten Papierpäckchen, die immerhin schon in der Reihenfolge der Seiten dem Skript gleichen.

    Nach dem Legen kommt das Binden. Da gibt’s mehrere Möglichkeiten: Die einfachste ist das Heften, so ist zum Beispiel der „normale“ Reißwolf gemacht, der Vorteil hierbei ist, dass die Tackerstraße an den Leger angeschlossen werden kann – hinten kommt ein fertiges Skript raus. In der Regel aber binden wir mit Leim, entweder mit den schwarzen Streifen, die ihr alle kennt, oder mit den neuen Umschlägen mit Buchrücken. Das Binden geht eigentlich schnell vonstatten, es gibt da immer relativ wenige Probleme mit den Maschinen.

    Nach dem Binden ist das Skript soweit fertig, nur die Seitenlinien sehen noch unsauber aus. Dem hilft der Randbeschnitt ab, das heißt die fertigen Skripten kommen nochmal in die Schneidemaschine und erhalten sozusagen den letzten „Schliff“ – also einen Cut auf 209 mm Breite, und an 294 mm Höhe, minimal weniger als DIN A4 – fertig.

    Jetzt ist das Skriptum fertig für den Skriptenverkauf und kann vielen Studenten bei der Arbeit helfen!