Druckerei-Maschinen
Hier stellen wir Euch alle „technischen“ Mitarbeiter der Fachschaftsdruckerei vor. Ihr werdet euch vielleicht wundern, was die Namen zu bedeuten haben..? Die sind Tradition in diesem Haus und symbolisieren das betont gute Arbeitsverhältnis zu unseren Maschinen. Eventuell sind sie auch nur Spaß. Wir wünschen Euch auf jeden Fall viel Spaß dabei, herauszufinden, wer sich wohl hinter welchem Namen verbirgt!
Heribert:
Name:
Heribert HeidelbergTechnische Daten:
Hersteller: Heidelberg DruckmaschinenModell: Quickmaster 46 Bogen-Offset-Maschine
2 Farbwerke (erlaubt die gleichzeitige Verwendung von zwei Druckplatten unterschiedlicher Färbung)
maximale Druckleistung: 10 000 Seiten pro Stunde
Druckformat A3
Heribert ist einer unserer treuesten Mitarbeiter und steht zusammen mit Helena im Mittelpunkt des Druckereigeschehens. Einerseits wortwörtlich, denn er steht mittendrin – andererseits wäre ohne ihn kein Skriptum in höherer Auflage oder kein Reißwolf je zustande gekommen.
Denn: Heribert ist eine unserer zwei Druckmaschinen der Firma Heidelberg. Er ist eine sogenannte Bogenoffset-Maschine. Die funktioniert ungefähr so: Wir drucken ein PDF mit einem speziellen Drucker auf eine Kunststofffolie, die uns als Offset dient. Diese wird auf den Folienzylinder in der Maschine gespannt und beschichtet sich nach dem Anlaufen an den nicht bedruckten Stellen mit einer farbabweisenden Chemikalie. Das führt dazu, dass die Druckfarbe nur an den erwünschten Stellen anhaftet. Die Farbe kommt aus einem Behälter an der Maschinenvorderseite und wird vom sogenannten Farbwerk über diverse Walzen verteilt und dann auf die Druckfolie übertragen. Von der Folie wird das Druckbild auf ein Gummituch übertragen, nach einer halben Umdrehung wird es dann auf den durchlaufenden A3-Bogen übertragen. Fertig ist eine Seite.
Diese wird dann im Auswurf auf den Stapel abgelegt, von wo die fertigen Seiten nach Durchlauf einer Folie (also dem Drucken einer Seite in der gesamten Auflage) bequem aus der Maschine heraus zur Weiterverarbeitung gebracht werden können. Diese kann zum Beispiel das erneute Einlegen in die Druckmaschine sein, da ja noch die Rückseiten aufs Papier müssen! Hierzu drehen wir die Bögen und drucken ganz normal weiter.
Helena:
Name:
Helena HeidelbergHelena ist die zweite Druckmaschine neben Heribert. Der würde sonst mit den ganzen Aufträgen einfach nicht alleine fertig. Von der Funktionsweise funktioniert Helena wie Heribert auch – logisch: sind ja die gleichen Modelle vom gleichen Hersteller. Allerdings hat Helena nur ein Farbwerk, das heißt sie kann im Gegensatz zu Heribert nur einfarbig drucken (also eigentlich immer schwarz bei uns).
Beide unserer Maschinen haben übrigens ein kleines Eigenleben… Wenn sie nicht mehr wollen, dann wird’s schwierig – hier muss man aber noch anmerken, dass keinesfalls immer nur die Frauen die Probleme bereiten… Gerne solidarisieren sie sich dann auch untereinander…?!? Nachdem wir bei Heribert den Druckvorgang erörtert haben, gehen wir bei Helena jetzt noch auf die Funktionsweise der anderen Bestandteile ein: Beginnen wir mit dem Papiereinzug; hier wird von vorne Luft in den Stapel eingeblasen, um das Papier voneinander zu lösen und es anzuheben. Dann zieht eine Leiste mit Saugnäpfen den obersten Bogen herunter und in die Maschine ein, wo er von der Hauptfördereinrichtung übernommen wird. Diese fixiert den Bogen an seiner Vorderkante und zieht ihn durch den Druckvorgang bis hin zum Auswurf, wo er schließlich wieder freigegeben wird.
Neben dem Farbwerk gibt es noch zwei weitere Bestandteile dieses Namens: Das Feuchtwerk und das Waschwerk. Ersteres sorgt dafür, dass die aufgespannte Druckfolie immer mit genügend Flüssigkeit versorgt wird, sodass keine unerwünschten Grauschleier auf den fertigen Seiten auftreten. Das Waschwerk wird benötigt, wenn eine neue Druckfolie eingespannt wird: dann ist auf dem Gummituch ja noch das alte Druckbild und das muss abgewaschen werden, sonst kommen keine brauchbaren Seiten heraus, sondern nur dreckiges Papier.
Don Juan:
Technische Daten:
Leger der Firma Horizon5 Türme mit je 10 Fächern sorgen für eine Kapazität von 50 Blatt (das reicht für Skripten mit bis zu 100 Seiten)
maximale Leistung: 5000 Skripten pro Stunde
Erweiterungen: Stapelauswurf, Heftstraße mit Finisher
Viele werden sich jetzt fragen: Was ist eigentlich ein Leger und was tut das Ding?!? Ganz einfach: Wenn wir drucken, dann drucken wir ja eine Seite in ihrer kompletten Auflage. Jetzt darf aber in einem Skript jede Seite nur einmal drin sein – wir brauchen also eine Maschine, die das Papier für uns richtig sortiert. Don Juan kann das. Man packt in jedes seiner Fächer einen Stapel gleicher Seiten, kalibriert das ganze und los geht’s: Von vorne wird wieder Luft eingeblasen, dann wird das oberste Blatt vom Stapel gezogen und am unteren Turmende kommt ein fertiger Stapel raus, der per Förderband zur Ausgabeeinheit transportiert wird. Das geht aber nur, wenn man die Seitenzahlen fortlaufend in die Fächer und Türme packt. Am Ausgang des Legers landen die losen Skripten dann auf Stapeln und können einfach herausgenommen werden. Besonderes Feature: Der Leger erkennt durch haufenweise Sensortechnik, wenn ein Skript fehlerhaft ist, das heißt, wenn Seiten fehlen, oder doppelt gezogen wurden oder so – und wirft dieses dann ins Ausschussfach, wo man es bequem herausnehmen kann.
Hier wäre noch eine kleine Notiz zum Namen angebracht: Don Juan… Nun ja, er nimmt halt alles mit was geht, legt alles flach, egal wies ausschaut…
Casanova:
Casanova ist eine unserer Erweiterungen für den Leger, der das ganze dann zu einer richtigen Produktionsstraße macht. Casanova ist eine Hefteinheit. Die braucht man zum Beispiel für den Reißwolf. Wie ihr euch erinnert, sind viele Reißwölfe auf A3 gedruckt und dann in der Mitte getackert und gefalzt. Damit man nun aber nicht jedes Skript einzeln tackern muss (obwohl das ganz früher auch bei uns auch noch gemacht wurde..) gibt es Casanova. Den schließt man mit ein paar Kabeln und einer Metallplatte an den Ausgang des Legers an. Die normale Ausgabeeinheit muss dazu natürlich weggerollt werden. Dann kann man den Leger einfach mit A3 Bögen befüllen, die der dann an Casanova weitergibt; dort werden sie nochmal ausgerichtet und dann getackert. Anschließend – wenn erwünscht – kann man an Casanova hinten noch einen Finisher dranbauen, der dann dafür sorgt, dass die Vorderkante der Druckerzeugnisse noch einmal grade geschnitten wird – Frontbeschnitt nennt man das in der Druckersprache. Leider kann Casanova nicht ganz mit dem Tempo von Don Juan mithalten, deshalb kann man mit ihm immer nur etwas langsamer produzieren.Auch hier ist die Namenserklärung einfach… Casanova nimmt alles, sticht alles, und lässt es genauso schnell hinter sich und widmet sich was Neuem, was grade wieder ankommt… packen-stechen-weiter geht’s…
Babsi:
Babsi ist unsere wiederentdeckte Buchbindemaschine.Wiederentdeckt?! Genau! An die 10 Jahre stand diese BQ 240 von Horizon in der Ecke, weshalb heute natürlich auch manche Macken dank fehlendem Betriebshandbuch eher etwas Erfindergeist erfordern – bzw. auch gern mal Gaffa-Tape!!! Babsi arbeitet eigentlich ganz einfach: man stellt an der einen Seite einen Stapel loses Papier hinein – im Idealfall ein gut gelegtes Skript – und drückt aufs Knöpfchen… Dann fixiert die Maschine den Stapel, zieht einen Einband vom Stapel, normalerweise einen A3-Kartonbogen, bestreicht eine Längsseite des Skriptes mit schön heißem Leim und drückt das ganze dann richtig fest zusammen. Es geht im Ganzen recht flott, wir finden diese Methode irgendwie schöner, da man hier auch ansehnliche Buchrücken realisieren kann, und nicht immer nur die schwarzen Klebestreifen sieht.
Warum Babsi übrigens Babsi heißt, weiß irgendwie keiner so genau… Evtl. kommt’s davon dass sie alles „zamm bappt“.
Pech und Schwefel:
Pech und Schwefel sind die übrigen zwei – übrigens baugleichen und unzertrennlichen – Bindemaschinen in unserer Druckerei. Sie machen die ganzen Skripten, die mit den schwarzen Klebestreifen zusammengehalten werden, und die ihr ja alle kennt. Sie funktionieren ähnlich wie Babsi, nur kleiner (beide stehen auf einem Tisch, sind ungefähr so groß wie ein alter Laserdrucker). Auch hier kommt der lose Seitenstapel rein, der wird fixiert und nachdem man die Maschine mit dem von ihr gewünschten Klebestreifen gefüttert hat, schmilzt sie dessen Belag auf und presst ihn ums Skript herum. Ganz easy, dauert aber auch ne Weile… Wichtig danach: das Skript ist sehr heiß, das heißt: auskühlen lassen, dann weiterverarbeiten!Wer Pech und wer von den Beiden Schwefel ist, können wir übrigens selber nicht genau sagen, wir sprechen die beiden immer nur im Kollektiv an, denn sie arbeiten gemeinsam und stehen auch sonst immer zusammen in ihrer Ecke… Vielleicht auch noch, weil die Streifen übelste Chemie sind und es dermaßen nach Klebstoff stinkt?!







